Freitag, 20. April 2012

Kanada oder "Eishockey als Abendbeschäftigung"

Nach und nach werde ich nun den Bericht über meine Reise nach Kanada online stellen. Nachdem ich mit sieben Tagen auch für meine Verhältnisse ungewöhnlich lange unterwegs war, gibt es auch viel zu lesen und zu sehen. Das ist auch einer der Gründe, warum ich das alles nur Tag für Tag online stelle - ich will euch nicht mit dem Bericht "erschlagen". Übrigens gibt es einige Berichte von Sportveranstaltungen. Diese sind aber klar gekennzeichnet und wer sie nicht lesen möchte, aber dafür den restlichen Bericht, kann sie einfach überspringen.

Gebucht habe ich den Flug Mailand-New York-Toronto sowie den Rückflug Toronto-Rom-Wien bei ebookers, die es mir erlaubt hatten, einen Tarif zu buchen, bei dem ein Großteil des Kerosinzuschlags "vergessen" wurde. So kosteten die Transatlantik-Flüge 190 Euro. Dazu kamen dann noch die Anschlussflüge von Düsseldorf nach Mailand sowie von Wien nach Hannover für etwa 70 Euro.

Tag 1

Hier dann zunächst der erste Tag. Los ging's in Osnabrück schon um 0:50 Uhr. Mit dem Zug fuhr ich nach Düsseldorf, um gegen 6:30 Uhr mit Air Berlin nach Mailand zu fliegen. Dort verlief auch alles reibungslos - bis ich beim Baggage-Drop-Off von der "netten" (zumindest auf ihre Art und Weise) Groundhandling-Mitarbeiterin nach meinem Rückflugticket gefragt wurde. Ich hatte ja eines, und nachdem es seit mindestens fünf Jahren Flugtickets bei den großen Gesellschaften i. d. R. nur noch elektronisch gibt, wollte ich ihr erklären, dass sie doch in ihrem Laptop nachschauen könne. Die Antwort befriedigte sie nicht unbedingt und ich zeigte ihr meinen Buchungsausdruck. Der war natürlich auf Deutsch und ich glaube nicht, dass sie viel davon verstanden hat. Dennoch war sie dann zufriedener. Während ich ihr noch meine Hotelbuchung zeigen durfte (wie kann man eigentlich erkennen, ob eine ausgedruckte E-Mail authentisch ist?!), landete ich auf irgendeiner ominösen Liste auf Nummer 1. Dass das nicht die Liste für Business-Class-Upgrades ist, war mir klar. Was diese aber bezweckte, weiß ich bis heute nicht, bei der Einreise in die USA gab es zumindest keinen besonderen Aufwand für mich.

Abgesehen von diesem lächerlichen Frage-und-Antwort-Spiel war der Flug mit Delta Airlines von Mailand nach New York der angenehmste Langsteckenflug, den ich jemals hatte. Die Maschine war vielleicht zu 40 % gefüllt und ich machte es mir auf meinen beiden Sitzen am Fenster bequem. Nach dem Start gab's noch einen kleinen Rundflug über die Alpen,



ehe das Essen kam. So kann die Reise beginnen:



Nach ein paar Stunden Schlaf wurde ich irgendwo vor Cape Cod wach. Noch knapp zwei Stunden, Zeit für ein paar Fotos.

Cape Cod National Seashore mit dem Wellfleet Harbor:



Kurz danach ging's auch schon in den Landeanflug auf den John-F.-Kennedy-Airport. Hier ist Long Beach zu sehen:



Nach der unkomplizierten Einreiseprodezur hatte ich etwa 6 Stunden, ehe mein Flug nach Toronto ging - genug, um nach Manhattan zu fahren.

An der Penn Station angekommen, machte ich mich gleich auf, zumindest die wichtigsten Sehenswürdigkeiten New Yorks mitzunehmen.

Kreuzung West 33nd Street/8th Avenue - im Hintergrund das James Farley Post Office. Wer im Bezirk dieses Postamts wohnt, hat die US-Postleitzahl 10001:



Viel Zeit zum Verweilen blieb nicht, weiter zum Empire State Building. Eine fotografische Herausforderung, wenn man etwa 20 Meter von diesem knapp 400 Meter hohem Gebäude steht:



Auch die nächsten Bilder sind im vertikalen Format - nicht ungewöhnlich für die Stadt mit der höchsten Wolkenkratzer-Dichte Nordamerikas.

Times Square:



Weiter mit der Subway zum Financial District. Hier die Statue von George Washington vor der Federal Hall, dem ersten Kapitolgebäude der Vereinigten Staaten:



Ob es Zufall ist, dass er in Richtung der New York Stock Exchange, des Welt-Finanzzentrums, schaut? Ich glaube es nicht, richtete meinen Blick aber nun auch dahin:



Etwas verloren wirkt in den Häuserschluchten Downtown Manhattans die Trinity Church, immerhin zur Zeit des Baus das höchste Gebäude der Stadt. Dass das gerade mal gut 100 Jahre her ist, kann man sich gar nicht vorstellen, wenn man die vergleichsweise langsame Entwicklung europäischer Städte anschaut.



Apropos Entwicklung: Natürlich wird in New York auch weiterhin gebaut. Hier leider aus einem Anlass, den meine Generation wohl nie vergessen wird. Der Neubau des One World Trade Center:



Nach Fertigstellung soll das Gebäude das höchste New Yorks sein.

Obwohl die Terroranschläge mittlerweile fast 11 Jahre her sind, herrscht zwischen dem Baulärm, herumeilenden Bankern und Touristen immer noch eine irgendwie merkwürdige Stimmung.

Memorial für die Feuerwehrleute:



"Gewidmet den Gefallenen und denjenigen, die weitermachen."



Die letzte Station meiner New-York-Stippvisite war der Battery Park. Eigentlich nicht wegen des Parks, sondern vielmehr wegen der Aussicht. Zunächst mit dem Blick nach Jersey City noch etwas unspektakuläres:



Und dann spektakulärer (naja, eigentlich nicht, aber es ist halt das Wahrzeichen der Stadt):


Danach fuhr ich auch schon wieder mit der Subway zum Flughafen zurück, um den dritten und letzten Flug dieses Tages nach Toronto anzutreten. Dort habe ich meinen Mietwagen übernommen und bin nach 1 1/2 Stunden Fahrzeit und insgesamt 30 Stunden unterwegs müde in mein Hotel-Bett in Niagara Falls gefallen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Anmerkungen und Fragen? Dafür bin ich immer offen!