Freitag, 20. April 2012

Tag 3 in Kanada

Zu Beginn des dritten Tages gönnte ich mir was: Ein Frühstück außerhalb des Hotels! Also fuhr ich zum Flying Saucer, wo es Frühstück für 1,99 Dollar gibt (wenn man auch gleichzeitig ein Getränk bestellt). Also für knapp 6 Dollar (ca. 4,50 Euro) sehr gut gefrühstückt. Und das noch in einem "UFO":



Danach wollte ich zum Welland Canal. Der Kanal verbindet den Lake Erie mit dem Lake Ontario und überwindet mithilfe von 7 Schleusen etwa 100 Höhenmeter. Leider ist der Kanal im Winter wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb, was ich erst vor Ort mitbekommen habe. Das Besucherzentrum berherbergte neben dem Kanal-Museum noch die Ontario Lacrosse Hall of Fame. Lacrosse ist der Sommer-Nationalsport Kanadas und war sogar mal olympisch. Hier eine Goldmedaille, die das kanadische Team 1908 gewonnen hat:



Zur Aussichtsplattform über den Kanal ging ich dennoch:



Wie schon gesagt, der Kanal war geschlossen und so waren auch die übergroßen Schleusen, die denen des Panama-Kanals kaum nachstehen, außer Betrieb:



Am Kanal war also sonst nichts mehr zu sehen. Ich fuhr weiter in das nur wenige Kilometer entfernte St Catharines, das mit etwa 160.000 Einwohnern die größte Stadt Südost-Ontarios ist. Dort wurde das alte Hafenviertel in den letzten Jahren saniert.



Auf dem Parkplatz mussten die Autofahrer ständig Gänsen ausweichen, denen der Verkehr hier anscheinend relativ egal war.



Am Nachmittag ging's nach Fort Erie, das am Ufer des gleichmanigen Sees liegt und aufgrund der Peace Bridge über den Niagara River ein bedeutender Durchgangsort für den Verkehr in die USA ist. Auf der anderen Seite des Ufers liegt auch die Stadt Buffalo, auf die man von Fort Erie aus schöne Ausblicke hatte:





Die Stadt war im Britisch-Amerikanischen Krieg stark umkämpft. So gehörte Fort Erie auch zwischen 1812 und 1814 zu den USA. Hier das alte Fort, in dem im Sommer Kriegsgeschehnisse mithilfe von Schauspielern nachgestellt werden:



Irgendwann tat mir auch der Autovermietungs-Mitarbeiter leid, der nach der Rückgabe meines Autos das Fahrzeug sauber machen sollte. Der wegtauende Schnee hat ganze Arbeit geleistet:



Ich fuhr noch etwas den Niagara River Parkway in Richtung Niagara Falls hinunter. Die Straße wird als "Scenic Route" angepriesen. Vor allem im Sommer lohnt es sicher, sich ein Fahrrad zu mieten und zumindest ein Stück dieser Straße abzufahren. Völlig ungewöhnlich für Nordamerika gab es hier sogar einen Radweg neben der Straße über die gesamte Strecke. Immer wieder gabs etwas zu sehen. Hier die St. Paul's Anglican Church, die 1893 fertiggestellt wurde:



Blick über den Niagara River:



Die Skyline von Niagara Falls:



Abends stand dann wieder ein Eishockeyspiel an. Die Fort Erie Meteors trafen in der Ontario Junior Hockey Leage auf die St. Catherines Falcons.

Fort Erie Meteors vs. St. Catharines Falcons 0:2 (0:0, 0:1, 0:1), Greater Ontario Junior Hockey League (GOJHL).

Leisureplex Kinsmen Arena, Zuschauer: 103


Statistik zum Spiel

Das ganze in einer ziemlich neuen und schicken kleinen Halle. Stilecht besorgte ich mir eine Box "French Fries" sowie ein Ginger Ale und blickte auf das Eis.



Die Meteors waren bei der Saisonstatistik (12 Siege, 34 Niederlagen, 3 Unentschieden) klarer Außenseiter, während St. Catharines Tabellenführer (39-8-2) war.



DIes wurde auch schnell deutlich, doch St. Catharines brauchte 34 Minuten bis zum 0:1. Dabei hatten die couragiert auftretenden Hausherren vor allem mit Kampfgeist dagegengehalten. Besonders Matt Stuart, der Torwart der Meteors, hatte einen großen Anteil daran, dass seine Mannschaft lange im Spiel blieb. Eine Quote von 96,22 % gehaltenen Schüssen (bei insgesamt 53) ist überragend. Während des Spiels kam es dann auch einmal zu einer Prügelei mit zwei Matchstrafen und auch die ein oder andere Rudelbildung war zu sehen.







Leider unterbrach die Prügelei den Spielfluss gerade in der stärksten Phase der Meteors. Danach fing sich St. Catharines wieder, doch richtig überzeugend war das für den Tabellenführer nicht. Am Ende setzte Fort Erie alles auf eine Karte und holte den Torwart zugunsten eines sechsten Feldspielers raus. Es kam, wie es kommen musste: St. Catharines erzielte mit einem Empty Net Goal das 0:2.



Ich machte mich danach auf den Rückweg zum Hotel, wo ich in den Abendnachrichten noch mitbekommen habe, dass ein Akrobat in diesem Sommer auf einem Seil über die Niagarafälle laufen will. Solche Stunts waren jahrelang verboten:

Zum Bericht in der Toronto Sun

und hier noch ein Artikel auf Deutsch.

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