Samstag, 16. Juni 2012

Mit der Fähre nach Oslo - Minikreuzfahrt über die Ostsee

Mal etwas anderes: Bin ich doch sonst meist mit dem Flugzeug unterwegs, kommt hier meine erste „Kreuzfahrt“. Gut, es war nur eine Minikreuzfahrt der Color Line von Kiel nach Oslo, aber immerhin. Zu Beginn des Jahres hatte die norwegische Reederei einen Gutschein für Stammkunden ausgestellt, der im Internet gelandet war – insgesamt 100 Buchungen sollen laut shz.de getätigt worden sein:


Am Ende durfte jeder mit, der kostenlos gebucht hatte – wie ich finde, ein äußerst souveräner Umgang mit der Panne. Es sollte sich jedoch zeigen, dass das Schiff sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt nicht vollständig ausgebucht war. So kann ich mir vorstellen, dass Color Line durch meine Ausgaben am Bord auch mit mir noch einen kleinen Gewinn gemacht hat.

Los ging’s gegen 6 Uhr. Nach einer Bahnfahrt ohne größere Hindernisse erreichte ich gegen 12 Uhr Kiel, wo mir genug Zeit blieb, noch etwas Proviant für die Fahrt zu kaufen. Gegen 12:45 Uhr hatte ich eingecheckt und war im Terminal doch etwas überrascht, dass so viel los war. Nach 30 Minuten Warten ging es dann an Bord. Zur Abfahrt war das Sonnendeck am Heck gut besetzt:


Nach dem Verlassen des Hafens führte die Fahrt durch die Kieler Förde. Vorbei am Hafen von Mönkeberg


und dem Ost-Ende des Nord-Ostseekanals


nahm die „Color Magic“ mit ihren kraftvollen Motoren mehr und mehr Fahrt auf


Immer wieder boten sich schöne Ausblicke, die nicht nur ich dazu nutzte, Bilder zu machen.


Hier der Hafen von Laboe:


Einige werden Laboe als Seenotrettungsstation oder Marinestützpunkt kennen. Hier das Marineehrenmal, das an die Gefallenen der beiden Weltkriege erinnert:


Nachdem dann die Ostsee erreicht wurde, machte ich mich auf einen kurzen Rundgang durch das Schiff. Auch wenn die Color Magic wohl hauptsächlich als Fähre benutzt wird, macht sie ihrem Anspruch als „Kreuzfahrtfähre“ alle Ehre. Am Heck gab es das mondänste Restaurant mit Blick aufs Meer:


Die Promenade auf Deck 7 mit Läden, Restaurants und Cafés:


Gegen 18:20 Uhr wurde zwischen den Inseln Fünen und Seeland der Große Belt durchfahren. Eindrucksvoll war die Passage der Stroebaeltbroen, der Brücke über den Großen Belt:


Zwischen dem Schornstein des Schiffs und der Brücke waren wohl nur wenige Meter Platz. Ich konnte die Brücke auch vom Sonnendeck aus nächster Nähe sehen:


Interessant fand ich auch das „Entertainment“ in der Kabine. Ich hatte eine Innenkabine mit einem Doppelbett gebucht und daher auch wenig Erwartungen. Positiv fand ich jedoch das TV-Programm. Auf einem Kanal gab es eine Kamera, die wohl irgendwo in der Nähe der Brücke angebracht war:


Auch eine Karte mit der aktuellen Position des Schiffs wurde „gesendet“:


Die Kabine selbst hatte zwar alles, was man benötigt, Platz war jedoch Mangelware. Dennoch muss ich sagen, dass man doch eigentlich nur zum Schlafen in der Kabine ist, so dass dies auch keine große Rolle spielt. Hier noch ein Bild der Kabine:


Gegen 23 Uhr schlief ich ein und wachte erst wieder auf, als das Schiff bereits im Oslofjord war:


Den Fjord konnte ich bereits einmal im Winter vom Festland aus bewundern und auch „auf See“ war die Landschaft wirklich sehenswert:




Nach etwa 2 Stunden durch den Fjord war auch schon die norwegische Hauptstadt in Sicht. Was das hier an der Hafeneinfahrt von Oslo ist, weiß ich nicht. Vielleicht hat jemand von euch einen Tipp?


Kurz vor der Ankunft am Kai zeigte sich die Halbinsel Bygdoy, die zum einen Sommerresidenz der Königsfamilie ist, andererseits aber auch Heimat vieler wohlhabender Bewohner Oslos.


Auch einige Museen wie das Kon-Tiki- oder Fram-Museum gibt es auf Bygdoy.


Vor dem Verlassen des Schiffs schweifte mein Blick noch über die Innenstadt von Oslo:


Danach machte ich mich zu Fuß auf in das Zentrum der norwegischen Hauptstadt. Vorbei am neuen Einkaufs- und Bürokomplex Aker Brygge ging es zunächst zum Rathaus – dem Wahrzeichen der Stadt:


Dort sollte ich mich aber nicht allzu lange aufhalten, denn mein eigentliches Ziel war der Holmenkollen, einer der höchsten Berge im Osloer Stadtgebiet. Die Linie 1 der T-bane fährt bis an den Südhang des Bergs – übrigens ist schon die Fahrt mit über 200 Metern Höhenunterschied und vielen engen Kurven sehenswert. Nach weiteren fünf Minuten zu Fuß stand ich am Fuß der Skisprungschanze.


Wie verrückt man eigentlich sein muss, um dort runter zu springen, erschloss sich mir, als ich am unteren Ende der Schanze stand:


Obwohl ich eigentlich nichts gegen große Höhen habe: Beim Aufstieg über die Stehplatzränge zur mittleren Plattform wurde es mir schon etwas anders. Hier war ich etwa an der Mitte der Schanze und blickte in die Arena:


Von dort ging es noch weitere 60 Meter nach oben:


Danach fuhr ich mit der U-Bahn auch schon wieder zurück zum Nationaltheater, von wo ich noch eta 10 Minuten zu Fuß zum Hafen laufen musste.

Am Bord angekommen erwartete mich im Grunde dasselbe Programm wie auf der Hinfahrt: Empfang mit Musik auf der Promenade, Sicherheitsdurchsage (die sogar über einen Lautsprecher im Bad der Kabine zu hören ist) und Ablegen. Die Fahrt durch den Fjord hatte ich ja schon am Morgen gesehen und auch sonst lud das Wetter nicht zu einem Aufenthalt an Deck ein. Erst bei der Ankunft in Kiel am nächsten Tag ließ ich mich wieder „oben“ sehen:


Ein kleines Highlight war noch das Flugmanöver eines Bundeswehr-Helikopters. Die Besatzung nutzte anscheinend das Schiff, um einen kleinen Rundflug zu veranstalten. Nachdem der Heli auf der Steuerbordseite das Schiff passierte und am Bug wendete, flog er nur etwa 20-30 Meter vom Schiff entfernt backbord vorbei. Leider war ich für ein Foto nicht schnell genug – spektakulär war es auf jeden Fall!
Ankunft in der Hauptstadt Schleswig-Holsteins:


Nach ein paar Stunden Zugfahrt war ich dann auch wieder zu Hause. Mein Eindruck von der Reise: So eine entspannte Art, zu reisen, habe ich selten erlebt. Und auch zu den normalen Preisen ist Color Line durchaus zu einer Alternative für Besucher Oslos. Der Service an Bord war mehr als okay, vor allem der Tax-Free-Market hat einige Spezialitäten wie Elchsalami oder getrockneten Schellfisch zu bieten. Die Restaurants haben allerdings norwegisches Preisniveau, dies kann man durch Mitnahme eigener Lebensmittel oder dem Kauf im Tax-Free-Shop umgehen.

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