Donnerstag, 15. August 2013

Jersey Shore – Sonne und Nebel im Ärmelkanal


Das Einlösen meiner AirBerlin-Meilen habe ich immer weiter nach hinten verschoben – ehe am 30. Juni die ersten davon verfallen sollten. Damit das nicht geschieht, habe ich spontan einen 2-Tages-Trip nach Jersey, einer der britischen Kanalinseln, gebucht. Freitag gegen 23:30 Uhr die Buchungsbestätigungen im Mail-Postfach und schon neun Stunden später saß ich im Hamburg-Köln-Express, der mich auf dem Weg zum Düsseldorfer Flughafen bis Duisburg brachte. Irgendwie schon ein interessantes Projekt, Leute für ein paar Euro in ehemaligen Wagen der DDR-Reichsbahn mit teilweise russischer Beschilderung fahren zu lassen. Nach einer kurzen Fahrt mit der Regionalbahn war ich dann auch bereits gegen 11 Uhr in Düsseldorf, wo mein Flug nach Jersey etwa zwei Stunden später abhob. Nach einer knappen Stunde Flugzeit kam dann auch schon die Kanalinsel Jersey ins Blickfeld.


Dort angekommen bekamen alle Passagiere zur Begrüßung Cider – nette Geste vom Tourismusbüro. Die Fahrt vom Flughafen nach Saint Helier, dem Hauptort der Insel, bot einige schöne Ausblicke vom Oberdeck des Doppeldecker-Buses.





Die Straßen waren alle recht eng und es war auch viel los, so dauerte es doch etwa 40 Minuten, bis ich in Saint Helier angekommen bin. Nach einem Fußmarsch durch den Tunnel unter dem Fort Regent bezog ich mein Hotel, nur um ein paar Minuten später wieder in Richtung Innenstadt aufzubrechen – die Zeit war schließlich knapp. Vorbei ging es am trocken gefallenen Hafen. Der Unterschied zwischen Ebbe und Flut kann hier bis zu 12 Meter betragen:


Weiter am Gebäude der Societé Jersiaise vorbei.


Den Busbahnhof kannte ich schon und ich überlegte, nochmal aus der Stadt raus zu fahren. Mein ursprüngliches Ziel war La Corbière, der südwestlichste Punkt der Insel. Nachdem ich aber aus dem Bus diese Bucht gesehen habe, bin ich dort ausgestiegen:


Hier konnte man die Natur gut zu Fuß erkunden. Der Strand von Portelet war auch nur zu Fuß zu erreichen. Die Insel jedoch nur bei Ebbe:


Bewachsene Klippen in allen Richtungen:



Etwas unwirklich waren inmitten der idyllischen Natur die Reste des Zweiten Weltkriegs. Vier Jahre lang war Jersey vom Dritten Reich besetzt.




Nach 45 Minuten fuhr auch schon wieder der Bus zurück in die Stadt. Auf dem Rückweg kam ich noch an der Treppe, die zum Strand führt, vorbei:


Der Bus war noch nicht da, dafür stand an der Bushaltestelle etwas anderes:


Der Caledonia Place in Saint Helier, wo gerade eine (abends geschlossene) Kunstausstellung in Seecontainern stattfand:


Auf dem Weg zum Hotel betrachtete ich mir noch einmal den „Pool“, der Baden auch bei Ebbe erlaubt. Bei Flut wird der Pool überschwemmt und dank der Betonmauer behält er das Wasser während des Niedrigwassers da. Einfache, aber wirkungsvolle Idee:


Der Pool aus der Nähe:



Ich ging ins Hotel, aß zu Abend und wollte mich gerade bettfertig machen, als mich folgende SMS von British Airways, mit denen ich von Jersey nach London fliegen wollte, erreichte:

 „Flight BA2769 is cancelled. The fog prevented the aircraft from landing tonight and so please rebook via BA.com or 0844 123456789 from 06:30 hrs. Thx.”

Gut, also musste ich zumindest nicht um 5 Uhr aufstehen. Am nächsten Morgen im Call Center angerufen und dort konnte man mir nicht weiterhelfen. Erst am nächsten Tag wären Plätze frei. Daraufhin bin ich zum Flughafen gefahren. Dort zunächst dasselbe Spiel: Am selben Tag wäre kein Platz mehr nach London frei. Auch Nachfragen bei anderen Airlines waren ergebnislos. Man setzte mich dann zunächst einmal auf die Warteliste für den nächsten Flug, der aber auch wegen des Nebels unbestimmte verschoben war. Also hatte ich zunächst einmal genug Zeit, mir die Nebenschwaden auf dem Vorfeld anzusehen. Das war übrigens gerade ein Moment mit besserer Sicht:


Nach einiger Zeit bekam ich auch einen Sitz zugewiesen, doch die Maschine, auf der ich jetzt gebucht war, war auch noch nicht auf Jersey. Meinen Anschlussflug in London würde ich also schon nicht mehr bekommen.
 
Mit fünfstündiger Verspätung ging es dann gen London-Gatwick. Hier Southampton mit dem River Test:


Dort angekommen buchte man mich auf den nächsten Air-Berlin-Flug nach Düsseldorf um. Dumm nur, dass Air Berlin ab Stansted fliegt – also musste ich einmal quer durch die Stadt. Gut 100 Kilometer mit Eisenbahn und U-Bahn lagen also noch vor mir. Durch das grüne Sussex

und die südlichen Vororte


erreichte ich 40 Minuten später London



Dort dann von der Victoria Station mit der U-Bahn zur Liverpool Street Station (war die Underground eigentlich schon immer so teuer – knapp 7 Euro für ein Einzelticket?) und dann weiter mit dem Stansted Express, dessen Vorzüge ich bereits von diversen Ryanair-Trips nach London kannte. Ein großzügiges Platzangebot zählt leider immer noch nicht dazu.
2 ½ Stunden später aber dennoch rechtzeitig kam ich in Stansted an und hatte dort sogar noch Zeit, mir meine Lieblings-Nudeln (kalt :-) ) bei Boots zu kaufen.
Die Air-Berlin-Dash 8-400 sollte mich dann nach Düsseldorf bringen. Unterwegs hatte ich noch einige schöne Ausblicke über die niederländische Küste mit der Stadt Leiden, bevor die Wolken immer dichter wurden.


Am Ende war es ein Trip, den ich schon durch den Nebel am Rückflugtag nicht vergessen werden. Dies hat aber die Insel mit ihren durchweg freundlichen Bewohnern, das Wetter und die Natur auf Jersey mehr als wettgemacht.

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